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Haus Bourbon
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Das Haus Bourbon [buʁbɔ̃] oder die Bourbonen ist der Name eines französischen Adelsgeschlechts, das sieben französische Könige sowie weitere Monarchen anderer europĂ€ischer Staaten stellte. Zurzeit stammen die StaatsoberhĂ€upter von Spanien und Luxemburg aus der Bourbonen-Familie.

Contents

‱ Frankreich
‱ Restauration
‱ Spanien
‱ Italien
‱ Luxemburg
‱ Genealogie
‱ Stammliste
‱ Siehe auch
‱ Literatur
‱ Weblinks

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Herkunft und Name

Das Haus der Bourbonen ist in seinem Mannesstamm eine Nebenlinie des französischen Königsgeschlechtes der Kapetinger, abstammend vom Prinzen Robert von Clermont, dem jĂŒngsten Sohn des französischen Königs Ludwig IX. des Heiligen. Letztlich ist damit Hugo Capet als Stammvater der Kapetinger und seiner Nebenlinien auch der Urvater der Bourbonen. Dies fĂŒhrte unter anderem dazu, dass König Ludwig XVI. wĂ€hrend seines Prozesses vor dem Nationalkonvent 1792 mit dem bĂŒrgerlichen Namen Louis Capet angesprochen wurde.

Die letzten ReprĂ€sentanten des Geschlechts der Kapetinger sind heute die noch im Mannesstamm bestehenden Bourbonen. Dazu gehören die spanische Linie Bourbon-Anjou mit ihren Seitenzweigen Bourbon-Sizilien und Bourbon-Parma sowie die Linie Bourbon-OrlĂ©ans mit dem brasilianischen Seitenzweig OrlĂ©ans-Braganza. Die Bourbonen sind die Ă€lteste noch existierende Dynastie Europas, da alle anderen kapetingischen Haupt- oder Nebenlinien (wie das Haus Valois mit dem Seitenzweig Valois-Alençon, das Haus Artois oder das Haus Évreux) mittlerweile im Mannesstamm ausgestorben sind. Das ehemalige portugiesische Königshaus Bragança leitet sich ebenfalls von den Kapetingern ab, es stellt aber eine illegitime Seitenlinie des Älteren Hauses Burgund dar.

Der Name der Dynastie hat seinen Ursprung in der Burg von Bourbon (lat.: Castrum Borboniense, heute Bourbon-l’Archambault), die seit der karolingischen Zeit nachgewiesen werden kann. Im hohen Mittelalter war diese Burg der Stammsitz einer Burgherrenfamilie, die eine Herrschaft (Seigneurie) ĂŒber ihr Umland errichten konnte (siehe Liste der Herren und Herzöge von Bourbon); seit dem 15. Jahrhundert war ihr Hauptsitz in Moulins. Das so entstandene Bourbonnais gelangte durch mehrere ErbgĂ€nge in den Besitz der Beatrix von Burgund, die selbst dem kapetingischen (Ă€lteren) Haus Burgund entstammte. Beatrix wurde 1272 mit dem Prinzen Robert verheiratet und brachte somit das Bourbonnais in dessen Besitz.

Der Familienname resultierte aus einem Handel ihres gemeinsamen Sohnes Ludwig von Clermont, der im Jahr 1327 sein vĂ€terliches Erbe, die Grafschaft Clermont, bei König Karl IV. dem Schönen fĂŒr die Grafschaft La Marche eintauschte. Zu diesem Anlass nahm der König zugleich auch eine Rangerhöhung der Seigneurie Bourbon zu einem Herzogtum vor und stattete es mit der erblichen WĂŒrde einer Pairie aus. Zur damaligen Zeit war dies ein einmaliger Vorgang, da bis dahin in Frankreich nur die traditionellen, auf ethnischen Grundlagen basierenden HerzogtĂŒmer existierten (Franzien, Burgund, Normandie, Bretagne, Aquitanien, Gascogne und Gothien). Das Bourbonnais wurde fĂŒr die Familie Herzog Ludwigs I. somit zu ihrem wichtigsten Besitz, und folglich nannten sich alle seine Nachkommen de Bourbon (von Bourbon).

Die Ă€ltere und jĂŒngere Linie

Das Haus Bourbon verĂ€stelte sich im Verlauf seiner Geschichte in mehrere Familienzweige. Den Anfang machten bereits die beiden Söhne Herzog Ludwigs I., von denen der Ă€ltere Peter I. das Herzogtum ĂŒbernahm und die Ă€ltere Linie der Bourbonen fortfĂŒhrte. Der jĂŒngere Sohn Jakob erhielt die Grafschaft La Marche und begrĂŒndete die jĂŒngere Linie. Beide Linien waren im SpĂ€tmittelalter als Angehörige des Hochadels in Frankreich prĂ€sent, wobei die Ă€ltere Linie, deren Herzögen und Pairs ein Vorrang zukam, aufgrund von Besitzmehrung eine starke Position als FeudalfĂŒrsten erlangte.

Durch ihre Abstammung gehörten beide Linien aber dem Kreis der Prinzen von königlichen GeblĂŒt (prince du sang) an, was ihnen fĂŒr die Thronfolge in Frankreich eine Relevanz zukommen ließ. Nach dem Aussterben des kapetingischen Hauses Valois-Alençon 1525 rĂŒckte die Ă€ltere Linie mit dem Herzog Karl III. von Bourbon (Charles de Bourbon-Montpensier) kurzzeitig in den ersten Rang der königlichen Prinzen, da die Bourbonen neben den regierenden Valois die letzte verbliebene kapetingische Sekundogenitur waren. Die Ă€lteren Bourbonen fanden aber mit dem Tod Herzog Karls III. 1527 beim Sacco di Roma ihr Ende, das Herzogtum Bourbon wurde als erledigtes Lehen eingezogen.

Die Bourbonen-Familie wurde nun von der jĂŒngeren Linie reprĂ€sentiert, die folglich auch den ersten Rang als Prinzen von GeblĂŒt ĂŒbernahm. Von Herzog Karl von VendĂŽme stammen ĂŒbrigens auch alle heutigen Bourbonen ab. Dessen Enkelsohn konnte nach dem Aussterben des Hauses Valois 1589 als nĂ€chster kapetingischer Agnat als König Heinrich IV. den französischen Thron ĂŒbernehmen.

Die wichtigsten Linien der Bourbonen sind

‱ die Ă€ltere Linie



‱ die jĂŒngere Linie









Frankreich

Ancien Régime

| Name | Regierungszeit | Verwandtschaft |
|---|---|---|
| Heinrich IV. | 1589–1610 | |
| Ludwig XIII. | 1610–1643 | Sohn des VorgĂ€ngers |
| Ludwig XIV. | 1643–1715 | Sohn des VorgĂ€ngers |
| Ludwig XV. | 1715–1774 | Urenkel des VorgĂ€ngers |
| Ludwig XVI. | 1774–1793 | Enkel des VorgĂ€ngers |

Die Bourbonen lösten 1589 die Valois als regierende Dynastie in Frankreich ab. König Heinrich IV. beendete mit dem Edikt von Nantes die vorangegangenen Hugenottenkriege, die das Land mehr als 60 Jahre zerrĂŒttet hatten. Unter der Herrschaft Ludwigs XIII. wurde mit dem Geschick des Staatsmanns Richelieu das französische Königtum in den monarchischen Absolutismus eingerichtet, der unter dem „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. den Höhepunkt seiner Machtentfaltung erreichte, indem durch die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 die Einheit des Zentralstaates vollendet wurde. Verbunden mit seiner Herrschaft ist die territoriale Expansion Frankreichs in den Reunionskriegen und die bourbonische Thronfolge in Spanien nach dem Spanischen Erbfolgekrieg. Das aufwendig ausgebaute Schloss Versailles avancierte zu einem kulturellen und gesellschaftlichen Zentrum und zum Synonym barocker Prachtentfaltung. Unter Ludwig XV. verlor Frankreich nach dem erfolglosen SiebenjĂ€hrigen Krieg seine amerikanischen Kolonien, zugleich konnte mit dem Gewinn Lothringens die Grenze des Königreichs an den Rhein verschoben werden. Das geistige Klima jener Zeit war geprĂ€gt von der aufkeimenden AufklĂ€rung, die die bestehende Ordnung in Frage stellte. Unter Ludwig XVI. engagierte sich Frankreich erfolgreich im Amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg, was jedoch zur weiteren ZerrĂŒttung der Staatsfinanzen fĂŒhrte.

Bei dem Versuch des Königs, zusammen mit den GeneralstĂ€nden die strukturellen Probleme des Staates zu lösen, spaltete sich am 17. Juni 1789 der Dritte Stand zur Nationalversammlung ab und konzipierte eine Verfassung fĂŒr eine konstitutionelle Monarchie. Der Ausbruch der Französischen Revolution (14. Juli 1789) fĂŒhrte schließlich zum Ende des „Ancien RĂ©gime“ (alte Ordnung) mit der Suspendierung des Königs am 10. August 1792 und dessen Exekution am 21. Januar 1793. Erstmals in seiner Geschichte hörte das französische Königtum auf zu existieren, an seine Stelle trat die Erste Republik.

Restauration

Siehe Hauptartikel Restauration (Frankreich)

| Name | Regierungszeit | Verwandtschaft |
|---|---|---|
| Ludwig XVIII. | 1814–1824 | Bruder Ludwigs XVI. |
| Karl X. | 1824–1830 | Bruder des VorgĂ€ngers |

Der Sturz Napoleon Bonapartes 1814 ermöglichte Ludwig XVIII. die Übernahme des Throns, seine Herrschaft wurde 1815 noch einmal wĂ€hrend Napoleons Herrschaft der Hundert Tage unterbrochen. Ludwig XVIII. war bemĂŒht, die royalistischen KrĂ€fte mit den durch die Revolution eingetretenen VerĂ€nderungen zu vereinbaren, was aber durch Ressentiments auf beiden Seiten erschwert wurde. Außenpolitisch gelang es ihm, Frankreichs Stellung als europĂ€ische Großmacht zu erhalten.

Karl X. aber war ein AnhĂ€nger ultraroyalistischer Strömungen und versuchte das Rad der Geschichte zurĂŒckzudrehen, um die Revolution ungeschehen zu machen. Dies provozierte schließlich das liberale BĂŒrgertum am 27. Juli 1830 zur sogenannten „Julirevolution“, in der die Bourbonen erneut vom Thron gestoßen wurden.

Die Bourbonen nach dem Ende des Ancien Régime

→

Hauptartikel

:

Haus Orléans

Seit der Französischen Revolution 1789 ist die Dynastie Bourbon gespalten. Auf der einen Seite stand die königliche Hauptlinie der Familie, die, geprĂ€gt von einem monarchischen Legitimismus, der Revolution ablehnend gegenĂŒberstand und dem Ultraroyalismus des Ancien RĂ©gime nachhing. Die Bourbonen aus der Linie OrlĂ©ans hingegen nahmen seit Herzog Louis Philippe II. Joseph de Bourbon, duc d’OrlĂ©ans (Philippe ÉgalitĂ©), eine durch die Revolution verĂ€nderten gesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten annehmbare Haltung ein. Dies schlug sich nach der Julirevolution von 1830 nieder, als man dem Sohn von Philippe ÉgalitĂ©, Louis-Philippe I., das „BĂŒrgerkönigtum“ antrug und nicht etwa dem Sohn des soeben gestĂŒrzten absolutistischen Königs Karl X., dem Duc d’AngoulĂȘme. Die AnhĂ€ngerschaft eines konstitutionellen Königtums wird heute entsprechend unter dem Begriff „OrlĂ©anisten“ zusammengefasst, ihre PrĂ€tendenten sind die Nachkommen des BĂŒrgerkönigs, welche einem Seitenzweig des Hauses Bourbon, den Bourbon-OrlĂ©ans, entsprangen, die auch als Haus OrlĂ©ans bekannt sind und wĂ€hrend der „Julimonarchie“ des „BĂŒrgerkönigs“ von 1830 bis 1848 in Frankreich regierten.

Nach dem Sturz Napoleons III. 1871 verhinderte vor allem Otto von Bismarck als Kanzler der Besatzungsmacht im Deutsch-Französischen Krieg eine Restauration der französischen Monarchie unter den Bourbonen. Vergebens hoffte er, dass eine französische Republik im Kreise der europĂ€ischen Monarchien politisch isoliert bleiben werde, was dann 1904 durch die Bildung der Entente cordiale widerlegt wurde. DarĂŒber kam es zum Konflikt mit dem die Bourbonen unterstĂŒtzenden deutschen Botschafter in Paris, Harry Graf von Arnim. Eine vermeintliche „Fusion“ zwischen den beiden rivalisierenden bourbonischen Lagern kam im August 1873 insoweit zustande, als der Graf von Paris, Enkel des „BĂŒrgerkönigs“ Louis-Philippe, den Grafen von Chambord, Enkel Karls X., in dessen Exil in Schloss Frohsdorf besuchte und ihn als Haupt der ganzen Familie anerkannte, wohl wissend, dass er diesem nach einer Thronbesteigung mangels anderweitiger Erben wĂŒrde nachfolgen können. Doch scheiterte der Plan der Restauration an der hartnĂ€ckigen Weigerung Chambords, die Trikolore anzuerkennen und eine Verfassung mit der Nationalversammlung zu vereinbaren.

Die Spaltung der monarchistischen AnhĂ€ngerschaft in Frankreich dauert bis heute an. Obwohl mit dem Tod des Comte de Chambord im Jahr 1883 die direkte königliche Linie der Bourbonen ausstarb, kam es zwischen Legitimisten und OrlĂ©anisten zu keinem Zusammengehen. Die Legitimisten erkennen seither die Bourbonen aus der Linie Anjou (spanische Bourbonen) als ihre PrĂ€tendenten auf den französischen Thron an. Diese Linie stammte von Philippe de Bourbon, duc d’Anjou, einem Enkel König Ludwigs XIV. von Frankreich, ab. Die Bourbon-Anjou stehen damit in nĂ€herer agnatischer Verwandtschaft zum Comte de Chambord und nehmen vom Standpunkt der Legitimisten den Platz als erste Prinzen von GeblĂŒt ein, denen folglich die legitime Nachfolge des Comte de Chambord und damit der erstrangige Anspruch auf den französischen Thron gebĂŒhre – im Gegensatz zu den OrlĂ©ans, die lediglich von einem Bruder Ludwigs XIV. abstammen. In ihren AnsprĂŒchen ignorieren die Legitimisten dabei die Bestimmungen des Vertrags von Utrecht, der 1713 den Spanischen Erbfolgekrieg beendet hatte, indem der Duc d’Anjou und nunmehrige König von Spanien auf jegliche AnsprĂŒche auf den französischen Thron verzichtet hatte. Ihrer Auffassung nach widerspreche dieser Verzicht der seit dem Mittelalter geĂŒbten Nachfolgeregelung innerhalb des Hauses der Kapetinger nach dem Prinzip der Erstgeburt und sei daher nichtig.

Die beiden aktuellen ThronprĂ€tendenten des Hauses Bourbon sind Louis Alphonse de Bourbon fĂŒr die Legitimisten und Jean d’OrlĂ©ans fĂŒr die OrlĂ©anisten. (Daneben gibt es als dritten PrĂ€tendenten noch den Prinzen Charles NapolĂ©on als Oberhaupt des Kaiserhauses Bonaparte.)

Spanien

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Hauptartikel

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Bourbon-Anjou

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Hauptartikel

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König von Spanien

Mit der militĂ€rischen UnterstĂŒtzung seines Großvaters gelangte Philippe de Bourbon, duc d’Anjou als König Philipp V. im Jahr 1700 auf den spanischen Thron. Der Anspruch auf ihn leitete sich von Philipps Großmutter Maria Teresa von Spanien ab, die eine Schwester des letzten spanischen Habsburgerkönigs Karl II. war. Im Spanischen Erbfolgekrieg konnte die bourbonische HerrschaftsĂŒbernahme in Spanien gegen die österreichischen Habsburger durchgesetzt und im Frieden von Utrecht 1712 vertraglich abgesichert werden. König Philipp V. ist der Stammvater des Hauses Bourbon-Anjou (spanische Bourbonen, BorbĂłn), die bis heute in Spanien regierende Dynastie. Dreimal wurde die Herrschaft der Bourbonen unterbrochen (1808, 1868, 1931), dreimal wurde sie restauriert (1812/14, 1874, 1975).

König Philipp V. hatte 1713 mit dem salischen Gesetz die Erbfolgeregelung in Spanien nach französischem Vorbild geĂ€ndert, wonach eine weibliche Thronfolge ausgeschlossen wurde. König Ferdinand VII. ließ aber 1830 in einer sogenannten pragmatischen Sanktion das salische Gesetz aufheben und stellte die althergebrachte Kastilische Erbfolge wieder her, welche die Nachfolge von Frauen ermöglichte. Somit konnte ihm seine Tochter Isabella II. auf dem Thron nachfolgen. Dagegen erhob jedoch Ferdinands jĂŒngerer Bruder, Don Carlos de BorbĂłn, mit Berufung auf das salische Gesetz seinen Einspruch und erhob einen eigenen Anspruch auf den Thron. Um ihn sammelte sich die Partei der Karlisten (Carlismus), die Spanien in mehrere BĂŒrgerkriege (Karlistenkriege) stĂŒrzte, um Don Carlos und dessen Nachkommen auf den Thron zu verhelfen. Die direkte Linie des Don Carlos starb 1936 im Mannesstamm aus, weshalb die karlistische PrĂ€tendentschaft auf das Haus Bourbon-Parma, die nĂ€chste agnatische Bourbonenlinie, ĂŒberging. Die konservativ-klerikalen Karlisten wurden allerdings nie stark genug, um ihren PrĂ€tendenten den Thron zu verschaffen. Nach 1975 verzichtete der PrĂ€tendent, Prinz Carlos Hugo von Bourbon-Parma, als Erbe dieser AnsprĂŒche endgĂŒltig zugunsten der Linie von König Juan Carlos.

Trotz der Nachfolge Königin Isabellas II. blieb der spanische Thron den Bourbonen auch im Mannesstamm erhalten, da Isabella ihren Cousin ersten Grades Francisco de Asís de Borbón, einen Enkel König Karls IV., geheiratet hatte. Ihre Nachkommen stellen bis heute die Könige Spaniens.

Seitdem die französisch-königliche Hauptlinie der Bourbonen im Jahr 1883 ausgestorben war, reprĂ€sentiert die spanische Linie das Gesamthaus der Bourbonen, da sie im agnatischen Stamm der Hauptlinie am nĂ€chsten stand. Von den französischen Monarchisten des legitimistischen FlĂŒgels wird daher Louis Alphonse de Bourbon als Oberhaupt der Bourbonen, Senior des Hauses Frankreich und damit als PrĂ€tendent auf den französischen Thron anerkannt. Damit steht er in Konkurrenz zum Haus OrlĂ©ans, dessen Oberhaupt seinerseits die FĂŒhrung der Capet-Dynastie mit Verweis auf den Vertrag von Utrecht beansprucht.

Die Könige von Spanien aus dem Haus Bourbon-Anjou (Borbón)

| Name | Regierungszeit | Verwandtschaft |
|---|---|---|
| Philipp V. | 1700–1724 | Enkel Ludwigs XIV. |
| Ludwig I. | 1724 | Sohn des VorgÀngers |
| Philipp V. | 1724–1746 | |
| Ferdinand VI. | 1746–1759 | Sohn des VorgĂ€ngers |
| Karl III. | 1759–1788 | Bruder des VorgĂ€ngers |
| Karl IV. | 1788–1808 | Sohn des VorgĂ€ngers |
| Ferdinand VII. | 1808 | Sohn des VorgÀngers |
| Französische Besetzung Spaniens von 1808 bis 1813 | Französische Besetzung Spaniens von 1808 bis 1813 | Französische Besetzung Spaniens von 1808 bis 1813 |
| Ferdinand VII. | 1813–1833 | |
| Isabella II. | 1833–1868 | Tochter des VorgĂ€ngers |
| Interregnum von 1868 bis 1870, Herrschaft des Hauses Savoyen von 1870 bis 1873, Erste Spanische Republik von 1873 bis 1874 | Interregnum von 1868 bis 1870, Herrschaft des Hauses Savoyen von 1870 bis 1873, Erste Spanische Republik von 1873 bis 1874 | Interregnum von 1868 bis 1870, Herrschaft des Hauses Savoyen von 1870 bis 1873, Erste Spanische Republik von 1873 bis 1874 |
| Alfons XII. | 1874–1885 | Sohn Isabellas |
| Alfons XIII. | 1886–1931 | Sohn des VorgĂ€ngers |
| Zweite Spanische Republik von 1931 bis 1939, danach Franco-Diktatur bis 1975 | Zweite Spanische Republik von 1931 bis 1939, danach Franco-Diktatur bis 1975 | Zweite Spanische Republik von 1931 bis 1939, danach Franco-Diktatur bis 1975 |
| Juan Carlos I. | 1975–2014 | Enkel Alfons’ XIII. |
| Philipp VI. | seit 2014 | Sohn des VorgÀngers |

Heirat von Cousin und Cousine bzw. Onkel und Nichte

‱ König Karl IV. von Spanien heiratete 1765 seine Cousine Maria Louise, Tochter von Karls Onkel Philipp von Parma.
‱ Karls und Marie Louises Tochter Maria Luisa heiratete ihren Cousin Ludwig von Etrurien, den Enkel Philipps.
‱ Karls und Marie Louises Sohn wiederum, König Ferdinand VII., heiratete zunĂ€chst seine Cousine Maria Antonia, die Tochter von Siziliens König Ferdinand I.
‱ SpĂ€ter in vierter Ehe heiratete Ferdinand VII. von Spanien sogar seine Nichte Maria Christina, die Tochter seiner Schwester Maria Isabel mit ihrem Cousin Franz. I. von Sizilien, dem Sohn Ferdinands I. (Auch Ferdinands VII. Bruder Carlos heiratete seine Nichte Maria Francisca, ihrer beider Sohn Carlos Luis heiratete seine Cousine Maria Carolina.) Ferdinands (und Carlos’) Bruder Franz von Paula heiratete seine Nichte Louise Charlotte, beider Sohn war Franz von Assisi.
‱ Ferdinands VII. und Maria Christinas Tochter Isabella II. heiratete ebendiesen Franz von Assisi, ihren Cousin sowohl mĂŒtterlicherseits als auch vĂ€terlicherseits (beider VĂ€ter waren BrĂŒder, beider MĂŒtter waren Schwestern). Sie selbst waren ihrerseits schon beide das Ergebnis von Nichtenheirat.
‱ Beider Sohn Alfons XII., heiratete seine Cousine Maria de las Mercedes d’OrlĂ©ans-Montpensier.
‱ Alfons’ Tochter María de las Mercedes de Borbón heiratete ihren Cousin, den sizilianisch-bourbonischen Prinzen Carlos Maria de Bourbon.
‱ Carlos’ Tochter MarĂ­a de las Mercedes de BorbĂłn y Orleans heiratete wieder ihren Cousin, den spanischen Prinzen Juan. Juans und Marias Sohn ist der ehemalige spanische König Juan Carlos.

In drei der fĂŒnf unmittelbaren Generationen vor Juan Carlos hatten also Cousin und Cousine Kinder gezeugt, in zwei FĂ€llen und von beiden Ausgangslinien sogar Onkel und Nichte. Diese sich jede Generation wiederholende Inzucht ist demnach nur einmal unterbrochen worden.

Italien

Bourbon-Sizilien

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Hauptartikel

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Bourbon-Sizilien

Als im Jahr 1700 der Duc d’Anjou (Philipp V.) den spanischen Königsthron bestieg, wurde er zugleich auch König von Neapel und Sizilien („beider Sizilien“), deren Kronen seit mehreren Generationen mit dem spanischen Königtum in Personalunion verbunden waren. Im Vertrag von Utrecht, der 1713 den Spanischen Erbfolgekrieg beendet hatte, musste er allerdings beide Königreiche an die HĂ€user Habsburg und Savoyen abtreten. Im Verlauf des Polnischen Erbfolgekrieges konnten beide Königreiche aber von spanischen Truppen zurĂŒckerobert werden. Im Wiener Frieden 1738 wurden die „beiden Sizilien“ der spanischen Bourbonendynastie zugesprochen, allerdings unter der Bedingung, dass deren Personalunion mit Spanien aufgehoben werde. Deshalb bestimmte König Philipp V. von Spanien seinen jĂŒngeren Sohn, Don Carlos, zum König von Neapel und Sizilien. Als König Karl (IV. in Sizilien, VIII. in Neapel) im Jahr 1759 als König von Spanien (Karl III.) nachfolgte, ĂŒberließ er seinem jĂŒngeren Sohn Don Fernando die beiden Königreiche. Dieser begrĂŒndete damit den von den spanischen BorbĂłn (Bourbon-Anjou) abgesonderten Seitenzweig des Königshauses Bourbon-Sizilien.

König Ferdinand (III. in Sizilien, IV. in Neapel) verlor 1806 Neapel an die Franzosen, konnte es aber 1815 wieder in Besitz nehmen. Von ihm stammt das Haus Bourbon-Sizilien ab. Im Jahr 1816 schuf er aus der Personalunion Neapel-Sizilien eine Realunion als Königreich beider Sizilien, dessen SouverĂ€n er als König Ferdinand I. wurde. Dieses Königreich ging den Bourbonen im Zuge des italienischen Risorgimento verloren, König Franz II. wurde im September 1860 aus seiner Hauptstadt vertrieben und musste Anfang 1861 in das österreichische Exil gehen. Das Königreich beider Sizilien wurde dem neu gegrĂŒndeten Königreich Italien einverleibt.

Bourbon-Parma

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Hauptartikel

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Bourbon-Parma

Der Duc d’Anjou (König Philipp V. von Spanien) war verheiratet mit Elisabetta Farnese, einer Angehörigen des italienischen Herzogshauses von Parma, Piacenza und Guastalla. Als 1731 Antonio Farnese, der letzte Herzog aus dem Hause Farnese, gestorben war, ĂŒbernahm Elisabettas Sohn Don Carlos de BorbĂłn das Herzogtum. Um nach dem Ende des Polnischen Erbfolgekrieges 1738 die Königreiche Neapel und Sizilien ĂŒbernehmen zu können, verzichtete Carlos auf Parma, das einstweilen an das Haus Habsburg ging.

Die spanischen Bourbonen (Bourbon-Anjou) engagierten sich im Österreichischen Erbfolgekrieg um die RĂŒckgewinnung von Parma und Piacenza. Im Frieden von Aachen 1748 erhielt Don Felipe, der jĂŒngste Sohn der Elisabetta Farnese, das Herzogtum Parma zugesprochen. Er ist damit der Stammvater des Hauses Bourbon-Parma. Als Friedensbedingung galt der RĂŒckfall des Herzogtums an Österreich, fĂŒr den Fall eines Erlöschens der Nachkommen Don Felipes im Mannesstamm oder deren Erbganges auf den Thron beider Sizilien oder Spaniens.

Im Jahr 1801 mussten die Bourbon-Parma unter dem Druck Napoleon Bonapartes auf ihr Herzogtum verzichten, das an die Ehefrau des französischen Kaisers weitergereicht wurde. Sie erhielten allerdings mit dem Königreich Etrurien, das vor allem aus dem ehemaligen Großherzogtum Toskana bestand, eine Kompensation fĂŒr den Verlust. Im Jahr 1807 wurden die Bourbonen aber auch aus Etrurien vertrieben und ihnen stattdessen ein geplantes Königreich Lusitanien in Aussicht gestellt. Erst der Tod der Herzogin Marie Louise 1847 ermöglichte den Bourbonen die RĂŒckkehr nach Parma. Dort verblieben sie bis 1859, als Herzog Robert im Zuge des Risorgimento fliehen musste. Parma wurde mit dem Königreich Italien vereinigt.

Luxemburg

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Hauptartikel

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Bourbon-Parma

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Hauptartikel

:

Haus Nassau

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Hauptartikel

:

Nassau-Weilburg

1919 heiratete der Prinz Felix von Bourbon-Parma die luxemburgische Großherzogin Charlotte von Nassau-Weilburg; beider Nachkommen stellen bis heute die Großherzöge von Luxemburg. Obwohl Prinz Felix ein Angehöriger des Hauses Bourbon-Parma war und seine Nachkommen somit in agnatischer Linie der Bourbonendynastie angehören, nennen sie sich aus politischen GrĂŒnden seitdem „von Luxemburg-Nassau“. Denn gemĂ€ĂŸ Artikel 3 der luxemburgischen Verfassung ist das Haus Nassau als regierende Dynastie festgelegt. Allerdings ist heute im persönlichen Wappen des Großherzogs Heinrich I. (Henri), neben dem luxemburgischen und nassauischen Wappen, auch das des Hauses Bourbon-Parma enthalten.

Genealogie

Stammliste

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Hauptartikel

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Stammliste der Bourbonen

Auszug aus der Stammtafel der Bourbonen (französische Linie)

Siehe auch

‱ Vertreter des Hauses Bourbon in der Wikipedia
‱ Französische KönigshĂ€user: Karolinger – Kapetinger – Valois – Bourbon – OrlĂ©ans – Napoleoniden

Literatur

‱ Rainer Babel: Zwischen Habsburg und Bourbon. Außenpolitik und europĂ€ische Stellung Herzog Karls IV. von Lothringen und Bar vom Regierungsantritt bis zum Exil (1624–1634). (Beihefte der Francia 18), Thorbecke, Sigmaringen 1989, ISBN 3-7995-7318-6. Online bei perspectivia.net
‱ Klaus Malettke: Die Bourbonen. 3 BĂ€nde, Kohlhammer, Stuttgart 2008–2009.

Weblinks

Commons

: Haus Bourbon

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wiktionary: Bourbon

– BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen